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Website-Relaunch: Woran Sie merken, dass Ihre Seite Anfragen kostet
Ein Website-Relaunch wird selten aus guten Gründen gestartet. Meistens ist der Auslöser, dass die Seite „nicht mehr zeitgemäß aussieht“. Das ist der schwächste aller Gründe, weil Aussehen nur ein Faktor unter vielen ist. Die belastbaren Gründe erkennt man an Zahlen und an konkretem Verhalten von Besuchern. Sieben Anzeichen, die wir regelmäßig sehen.
1. Sie können nicht sagen, wie viele Anfragen die Seite bringt
Wenn niemand im Haus die Frage beantworten kann, wie viele Formulare im letzten Quartal ankamen und wie viele Menschen auf die Telefonnummer getippt haben, fehlt die Grundlage für jede Entscheidung. Das ist kein Grund für einen Relaunch, aber der erste Schritt vor jedem.
2. Auf dem Handy dauert es länger als drei Sekunden
Der häufigste Grund sind unkomprimierte Bilder, direkt aus der Kamera hochgeladen. Wer hier nachbessert, gewinnt oft mehr als durch ein neues Design. Prüfen Sie es unterwegs mit mobilen Daten, nicht im Büro-WLAN.
3. Alle Leistungen stehen auf einer einzigen Seite
Eine Sammelseite „Unsere Leistungen“ mit acht Absätzen wird für keinen einzigen Suchbegriff gefunden. Acht eigene Seiten mit je einer Leistung, Beispielen und Preisrahmen werden für acht Suchbegriffe gefunden. Das ist der häufigste inhaltliche Grund für eine Überarbeitung – und dafür braucht es nicht zwingend einen kompletten Website-Relaunch.
4. Die Kontaktaufnahme kostet Mühe
Ein Formular mit vierzehn Pflichtfeldern, eine Telefonnummer als Bild, keine Angabe zur Reaktionszeit. Wer eine Anfrage will, muss sie so einfach wie möglich machen: wenige Felder, klare Zusage, wann geantwortet wird, Telefonnummer klickbar. Mehrstufige Formulare wirken hier besser als lange Einzelformulare, weil der erste Schritt harmlos ist.
5. Niemand kann Inhalte ändern
Wenn eine geänderte Öffnungszeit eine Agenturanfrage auslöst, veraltet die Seite zwangsläufig. Ein Redaktionssystem, in dem Ihre Mitarbeitenden Texte, Bilder und Referenzen selbst pflegen, ist Voraussetzung für alles Weitere.
6. Es fehlen Belege
Referenzen mit Fotos, Bewertungen, Zahlen zu abgeschlossenen Projekten, Gesichter statt Stockfotos. Diese Elemente entscheiden häufiger über eine Anfrage als Farben und Schriften. Wer sie nachrüstet, verändert die Wirkung einer Seite oft stärker als jedes Redesign.
7. Rechtliches ist unvollständig
Fehlendes oder veraltetes Impressum, Cookie-Banner ohne echte Wahlmöglichkeit, Schriften, die von externen Servern nachgeladen werden. Das ist kein Anfrage-, sondern ein Risikothema – gehört aber in dieselbe Bestandsaufnahme.
Überarbeiten oder neu bauen?
Ein kompletter Website-Relaunch lohnt sich, wenn Technik und Struktur nicht mehr tragen: kein Redaktionssystem, keine mobile Darstellung, gewachsene Seitenstruktur ohne Logik. Reicht die Basis, sind gezielte Eingriffe schneller und günstiger – Leistungsseiten anlegen, Bilder optimieren, Kontaktstrecke vereinfachen, Belege ergänzen. In gut der Hälfte der Fälle, die zu uns kommen, braucht es keinen Neubau.
Eine sinnvolle Reihenfolge
Erst messen, dann Technik, dann Struktur, dann Aussehen. Wer umgekehrt anfängt, hat nach vier Monaten eine schöne Seite und weiß immer noch nicht, ob sie Anfragen bringt. Rechnen Sie für eine neue Website mit vier bis sechs Wochen, wenn Inhalte und Ansprechpartner bereitstehen – die Verzögerung entsteht fast immer bei Texten und Bildern, nicht bei der Umsetzung.
Was vor dem Website-Relaunch gesichert werden muss
Der häufigste vermeidbare Schaden bei einem Website-Relaunch ist der Verlust von Sichtbarkeit. Erfassen Sie vorher alle bestehenden Adressen und deren Zugriffszahlen, und legen Sie für jede alte Adresse fest, auf welche neue Seite sie weiterleitet. Ohne diese Liste verlieren Sie die aufgebaute Sichtbarkeit über Nacht, und es dauert Monate, sie zurückzuholen. Ebenso wichtig: Bilder, Texte, Bewertungen und Zugangsdaten sichern, bevor die alte Seite abgeschaltet wird.
Wie viel Inhalt Sie wirklich brauchen
Die meisten kleinen Unternehmen kommen mit acht bis fünfzehn Seiten aus: Start, eine Seite je Leistung, Über uns mit echten Gesichtern, Referenzen, Kontakt, Rechtliches. Alles darüber hinaus sollte einen Zweck haben. Eine Seite, die niemand aufruft und niemand pflegt, kostet Vertrauen – besonders, wenn dort noch Preise von vorgestern stehen.
Die Kontaktstrecke ist der wichtigste Teil
Eine mehrstufige Anfrage funktioniert besser als ein langes Formular, weil der erste Schritt harmlos wirkt: eine Auswahl, kein Textfeld. Wichtig sind außerdem eine klare Zusage zur Reaktionszeit, ein Ansprechpartner mit Namen und Bild sowie eine sichtbare Telefonnummer. Diese vier Elemente heben die Zahl der Anfragen in unseren Projekten zuverlässiger als jede Designänderung.
Woran Sie den Erfolg nach drei Monaten messen
Vergleichen Sie nicht Besucherzahlen, sondern Anfragen je hundert Besucher, die Ladezeit auf dem Handy und die Zahl der Seiten, die überhaupt Zugriffe bekommen. Wenn die erste Zahl steigt, hat sich der Aufwand gelohnt – auch wenn insgesamt weniger Menschen auf der Seite waren.
Häufige Fragen zu Website-Relaunch
Je nach Umfang liegt eine neue Website im mittleren bis oberen vierstelligen Bereich. Reicht eine Überarbeitung der bestehenden Seite, ist es oft deutlich weniger – deshalb steht die Bestandsaufnahme vor dem Angebot.
Vier bis sechs Wochen sind realistisch, wenn Inhalte, Bilder und Ansprechpartner bereitstehen. Verzögerungen entstehen fast immer beim Zuliefern von Texten und Fotos.
Nur ohne Vorbereitung. Wenn die alte Seitenstruktur erfasst und jede alte Adresse per Weiterleitung auf ihr neues Gegenstück zeigt, bleiben die Rankings in aller Regel erhalten.
Für kleine Auftritte mit wenigen Seiten kann ein Baukasten genügen. Sobald mehrere Leistungsseiten, ein Ratgeber und eigene Formulare dazukommen, ist ein Redaktionssystem wie WordPress auf Dauer flexibler und günstiger.